2017-08 Eine Donautour

Vorab eine Anmerkung. Dieser Bericht ist zur Unterhaltung gedacht. Heutzutage wird viel in Geschriebenes rein interpretiert, was der Schreibenden nicht meint oder ausdrücken wollte. Ich neige manchmal etwas zu übertreiben, etwas überspitzt darzustellen.
Es ist in keinster Weise meine Absicht jemanden persönlich anzugreifen oder verbal zu verletzen.

 

05.08.2017 Die Anreise.

 

Als Startpunkt wurde auf Empfehlung der Jachthafen Donautal in Kapfelberg (48°55'53.5"N 11°59'24.8"E) gewählt.

Die rund 550km aus dem Rheinland ließen sich trotz des Beginns der zweiten Ferienhälfte ohne Probleme bewältigen.

Am Zielort noch schnell eine Straßentankstelle gesucht, den Tank der Black Pearl gefüllt und dann zum Hafen.

Dort ausgestiegen merkte man sofort, man spricht hier eine andere Sprache.
Ok, man sieht uns den Rheinländer nicht von außen an, aber nach den ersten Sätzen meinerseits sollte dem Gegenüber doch klar sein, dass man von woanders herkommt.
Egal, schnell war klar man muss sich halt ein bisschen konzentrieren auf das was gesprochen wird.

Eine weitere Besonderheit erkannten wir als wir das Boot slippen wollten. Im Rheinland bei strömenden Regen gestartet wurden wir am Ziel mit sommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein begrüßt.
Dennoch war am frühen Nachmittag der Steg am Kran voll belegt mir Leuten, die ihr Boot aus dem Wasser holten. Raus aus dem Wasser, nicht rein! Samstagnachmittag bei bestem Bootsfahrwetter.
Es sei vorgegriffen, dass wir in den kommenden 3 Wochen insgesamt nicht mehr wie 30 fahrende Sportboote gesehen haben.

Der Hafen hat ein etwas ungünstiges Layout. Der Ausgang liegt zum Hafengebäude am entgegengesetzten Ende des Geländes, so dass ein weiter Weg zu den Sanitäranlagen besteht, der einfach eingeplant werden muss.

Dafür gibt es direkt am Hafen einen Imbiss, der das beste Gyros überhaupt macht. So die Empfehlung und so auch die Bestätigung unserseits.

Die Nacht war eine ruhige. Wir haben nur ein anderes Boot bemerkt, auf dem jemand übernachtet hat.

Slippen, eine Übernachtung und das Abstellen von Auto und Trailer haben 51,- Euro gekostet. Die Sanitäranlagen sind klein und einfach, aber brauchbar und sauber. Man sollte sich aber nicht von den beiden Toiletten, die auch vom Imbiss genutzt werden irritieren lassen.

 

06.08.2017

 

Nach dem Frühstück begaben wir uns in Richtung Tagesziel Regensburg. Die Fahrt dorthin sind nur wenige Kilometer, so dass wir nach der Hafenausfahrt zuerst stromaufwärts fuhren bis die ersten Österreicher die Weiterfahrt einschränkten. Ein Sportbootanleger fanden wir in Kehlheims Stadtnähe nicht, also gewendet und vom Strom mitziehen lassen.

Schon fuhren wir auf das erste Highlight der Fahrt zu. Die Schleuse Bad Abbach. Die Einfahrt zur berüchtigten Sportbootschleuse war gesperrt. Also die Schleuse angefunkt, nach Bestätigung meiner Meinung zur Sperrung gefragt und meinen Wunsch auf Schleusung in der großen Kammer geäußert.
Der wirklich freundliche Schleusenwärter (auch hier ein Vorgriff. Alle, wirklich alle Schleusenwärter waren sehr freundlich) antwortete mir prompt. Meine Frau und ich übersetzten das Ganze dann gemeinsam und kamen zu dem Ergebnis, dass die WSP die Schleuse angehalten hat nicht zu Tal zu schleusen, da in Regensburg eine Triathlon Veranstaltung lief und die Durchfahrt durch Regensburg gesperrt sei. Also hieß es warten bis 15:00 Uhr, ist ja aber Urlaub.
Der Schleusenanleger füllte sich langsam. Als erster Ankömmling informierte ich alle anderen Boote über die etwas längere Wartezeit. Dennoch liefen einige zur Rufanlage und fragten beim Schleusenwärter nach um die gleiche Antwort wie von mir zu bekommen, nur halt in deren Sprache. Vielleicht hat man mich ja auch einfach nicht verstanden.

Nach Freigabe durch die WSP wurde dann auch in der großen Kammer geschleust, wobei einige auch wieder abdrehten und nach 2 ½ Stunden Wartezeit dann doch nicht mehr schleusen wollten.

Vor Regensburg wartete ein weiteres Sportboot an der Sportbootschleuse. Die beiden hatte die Kammer schon ins Oberwasser geholt, so dass wir unmittelbar nach Ankunft einfahren konnten. Der zweite Mann kannte sich auch mit der Bedienung der Schleuse aus und brachte uns ins Unterwasser.

Kurz die Altstadt vom Wasser aus angesehen fuhren wir ein Stück zum RMWV Regenburg (49°01'28.8"N 12°04'58.4"E) zurück. Unwissend der Gepflogenheiten versuchten wir an dem dem Clubhaus nächst gelegenen Steg anzulegen um nach einem Liegeplatz für die Nacht zu fragen.
Uns wurde gesagt, dass wir am nächsten Steg festmachen sollten.
Unerfahren mit der starken vorherrschenden Strömung bekam die Black Pearl zu viel seitlichen Druck auf den Bug und drohte sich querzustellen. Mir bleib nichts Anderes übrig als das Boot zu wenden, was aber wiederum die auf der Terrasse sitzenden älteren Herren dazu nötigte laut schimpfend ans Ufer gerannt zu kommen. Also drehte ich das Boot wieder in den Strom, trieb auf der Stelle um deren Ausführungen hören zu können. Aufgrund der Entfernung und der fremden Sprache konnte ich aber nicht verstehen, was man mir sagen wollte.
Am Gästesteg festgemacht standen wir zunächst vor der verschlossenen Stegtür, bis der ältere Herr, der sich so furchtbar eschauffierte, mit dem Auto vorfuhr und uns sagte, dass der Schlüssel zur Tür im Stromkasten hinge.
Ordnungsgemäß begab ich mich zuerst ins Clubhaus um mich anzumelden und die Liegegebühren zu zahlen. Der ältere Herr saß mit einigen Kollegen auf der Terrasse und wies eine junge Dame an die Formalitäten zu erledigen. Auf unsere Frage nach den Toiletten und Duschen zog man die Augenbrauen nach oben und nach einem Blick auf unser Boot erkannte man, dass wir auf die Anlagen im Hafen angewiesen sind. Zum silbernen Schlüssel der Steganlage bekamen wir dann einen zweiten gelben für das Sanitärhaus, allerdings mit dem Hinweis, dass die beiden Duschen nicht genutzt werden können, da der Warmwasserboiler defekt sei. Die Dusche draußen würde funktionieren, auch mit warmen Wasser.
Bei der ersten Nutzung sah man im Gebäude ein wunderschön eingerichtetes Badezimmer. Toilette, 2 Duschen mit Rauchglasscheiben, großes Waschbecken und den defekten Boiler dessen rote Kontrollleuchte die Bereitschaft zur Warmwasserabgabe anzeigte. Am Waschbecken lief auch warmes Wasser. Schlechte Menschen würden jetzt vermuten, dass die kalkfleckenfreien Rauchglasscheiben von uns nicht nass gespritzt werden sollten, aber solche Menschen sind wir ja nicht.
Bevor wir die Anlage Richtung Altstadt verließen, bekamen wir zum dritten Mal gesagt, dass der gelbe Schlüssel für die Toiletten und der silberne für den Steg ist und, wie nicht anders zu erwarten, den eindeutigen Hinweis, dass man hier am Steg sein Boot nicht wendet. Nein machen wir nicht mehr, ehrlich.

In 15 Minuten ist man zu Fuß in der wunderschönen Altstadt, die viele Restaurants aufweist. Auf Empfehlung der Literatur besuchten wir natürlich die Wurstbraterei der historischen Wurstküche, was sich wirklich lohnt.

 

 

Am Morgen begannen städtische Mitarbeiter recht früh mit Rodungsarbeiten, aber dank ein wenig Vaseline an den Fendern konnte man ruhig in der doch recht starken Strömung übernachten.

Die Übernachtung kostete 15 Euro, Strom inklusive. Das Duschen wäre auch im Preis enthalten, wenn dann der Boiler mal repariert wird.

Im Nachgang haben wir dann auch erfahren, dass der ältere Herr Josef Antes war. Mal ein bisschen googeln, lohnt sich.


07.08.2017

 

Wieder ließen wir uns maßgeblich mit der Strömung und 1800 Umdrehungen des Außenborders in Richtung Deggendorf treiben. Gerne hätten wir uns die Walhalla angesehen, aber wie fast überall auf der Strecke gab es dort keinen Anleger für Sportboote.

 

 

Im Buch fand sich der Hinweis auf mehrere Clubs im Schutzhafen. Der ersten angefahren, eine Außendusche gefunden aber keine Toiletten. Weiter zum nächsten Gästesteg des Niederbayrischen Motorjachtclub Landshut (48°49'26.0"N 12°57'56.7"E), der mit der gelben Welle ausgezeichnet ist.

Ankommende Gäste finden an der Informationstafel den Hinweis, wo sich Schlüssel für die Steganlage und Toiletten befinden. Die 14 Euro Liegegebühren kommen in einen Umschlag und anschließend in einen Briefkasten. Strom findet sich an den Stegen, die Sanitäranlagen liegen hinter der Flutschutzwand in einem Container und sind sehr gepflegt.
Außer einem weiteren Gastlieger, der aber lieber für sich bleiben wollte, war niemand in dieser Self-Service Anlage zu sehen.

Zu Fuß ist man recht schnell in der Stadt. Im Restaurant zum goldenen Engel konnte man sehr gut und gemütlich in der Außengastronomie essen

Im Hafen steht ein Hinweis, dass Stegbetankung nicht erlaubt ist. Wer aber ohne seine Sicherheit zu gefährden ohne Nachtanken nicht weiterfahren kann, der findet in unmittelbarer Nähe eine Straßentankstelle, an der 24 / 7 getankt werden kann.

 

08.08.2017

 

Nächstes Ziel sollte Passau sein. Vorgewarnt keinen Liegeplatz für Sportboote im Stadtkern zu finden, hielten wir am Motoyachtclub Passau (48°35'24.7"N 13°23'20.0"E) an.
Ein Anwesender wies uns einen Platz an Außensteg zu, den ich auch unter Protest belegte. Neben uns lag der unter Schweizer Flagge fahrende Katamaran Parana III, dessen Ziel Mallorca war. Aufgrund seiner Größe war der Liegeplatz für ihn kein Problem. Wir stellten aber schnell fest, dass unsere Nussschale dem Schwell nicht gewappnet war und wollten schon abreisen, als man uns doch einen Platz im Hafenbecken anbot.

 

 

In die Stadt gelangt man nur mit dem Bus, dessen Haltestelle auf der anderen Seite der vielbefahrenen Schnellstraße und der danebenliegenden Bahnlinie liegt. Die Verbindung von dort geht alle Stunde, kostet 3,90 Euro. Allerdings wird man zurück mit dem Taxi fahren müssen(ca. 20,- Euro), da spät am Abend der Bus nicht mehr fährt.
Auch Passau ist eine Stadt die man gesehen haben muss.

Liegegebühren im Motoryachtclub 16,- Euro

 

 

09.08.2017

 

In der Nacht regnete es heftigst, was uns aber nicht an der Weiterfahrt hinderte. Gemütlich ging es in den Stadthafen nach Obernzell (48°33'30.5"N 13°37'17.2"E).

Beim Hafenmeister angemeldet, Liegegebühren von 15 Euro bezahlt und dann entlang der Donau in die Ortschaft.
Nach dem Genuss eines Eiskaffees, gingen wir zurück zum Hafen um uns etwas auszuruhen. Uns gegenüber lag ein Stahlverdränger, der ständig in starke Schaukelbewegung versetzt wurde. Grund hierfür war weniger die Großschifffahrt, sondern die Gruppe von Wasserskifahrern, die ihren Startpunkt im Hafenbecken nahe der Einfahrt hatten. Die ziehenden Boote versuchten die Skiläufer möglichst nah am Startpunkt wieder abzusetzen und fuhren entsprechend auf die Einfahrt zu kurz vorher aufzustoppen oder abzudrehen. Demnach schmissen sie jedes Mal kräftige Wellen ins Hafenbecken. Unser Steg krächzte und knarzte unter der Wasserbewegung.
Zu riskant für die Nacht, da zumindest die dicken Pötte auch Nachts fuhren und wir um unsere Nachtruhe fürchteten.
Noch ein Hinweis, das Restaurant auf dem Hafengelände hat die letzte Flut nicht überstanden. Die Besitzer wollten oder konnten nicht mehr weitermachen.

Also Leinen los und weiter gefahren nach Schlögen in die Freizeitanlage (48°25'24.8"N 13°51'52.9"E). Dort erst nach Feierabend des Hafenmeisters eintreffend, machten wir am Gästesteg fest. Unsere Bootsnachbarn erklärten uns die Gegebenheiten und empfahlen das nahegelegene Restaurant im Hotel Donauschlinge zum Essen.

In der Nacht zog ein unwetterartiges Gewitter über uns weg, dessen Ausläufer uns auch am nächsten Tag daran hinderten weiterzufahren.

 

 

Morgens als erstes die Formalitäten beim Hafenmeister erledigt. 16,- Euro waren pro Nacht zu zahlen.
Der Hafen bietet alles was den Sportbootfahrer interessiert, Tanken, slippen, Stellplätze alles vorhanden. Der freundliche Hafenmeister hilft bei allem und beantwortet jede Frage.
Die Zwangspause wurde von uns genutzt um einen Spaziergang zum Aussichtspunkt über die Donauschlinge zu machen, ein lohnenswerter Ausblick.

 

 

12.08.2017

 

Nachdem das Wetter wieder Spaß machte auf Bootfahren, sollte Linz das nächste Ziel sein.
Im Winterhafen finden sich die Gastliegeplätze (48°19'12.6"N 14°18'24.3"E) fast am Ende des Hafenbeckens. Wie schon fast üblich finden sich die Schlüssel im Infokasten. Dort finden sich aber auch Telefonnummern zum Anmelden. Trotz leichten Regens und sehr milden Temperaturen kam jemand aus dem Vorstand bei uns vorbei um uns zu begrüßen, weil Hafenmeister Nico beim Eintreffen nicht verfügbar war. Aber auch er kam noch bei uns vorbei um zu fragen, ob alles in Ordnung sei.
Unmittelbar in Hafennähe befindet sich eine Bushaltestelle um in die Stadt zu fahren. Es ist durchaus aber auch möglich an der Donau entlang zu Fuß in die Innenstadt zu gehen.
Ob wir die falschen Ziele angegangen sind oder ob es am bescheidenen Wetter gelegen hat, leider konnte Linz uns nicht begeistern.
Gut essen kann man im Klosterhof auf der Landstraße. Zumindest etwas, was uns positiv in Erinnerung geblieben ist.
Liegegebühren für den Hafen 22 Euro. Sanitär im Container sehr klein, sauber aber fürs Duschen muss man noch einen Euro in den Automaten werfen um aus den Überkopfarmaturen warmes Wasser zu bekommen.

 

 

13.08.2017

 

Die Temperaturen begaben sich wieder in einen bootsfahrertauglichen Bereich, was die Fahrt nach Grein trotz der Wolken wieder erträglich machte. Der Bootsverein Turul (48°13'19.9"N 14°51'11.9"E) empfing uns freundlich und ließ uns über Nacht bleiben, obwohl für den nächsten Tag die Gastliegeplätze allesamt reserviert waren. Die Übernachtung liegt bei 18€, Duschen muss auch mit einem Euro bezahlt werden
Der am Hafen liegende Fußballplatz war stark besucht. Ein Turnier sorgte für zahlreiche Besucher und obwohl im Anschluss gegrillt wurde, war es nach 22:00 Uhr mucksmäuschenstill.
Hinter dem Sportplatz findet sich eine Straßentankstelle deren kühles Nass wir in Anspruch nahmen um den Tank der Black Pearl auf Stand zu halten.
Die Ortschaft Grein ist recht schnuckelig allerdings zumindest Sonntags recht überlaufen. Ob das an der berühmten Eisdiele liegt, keine Ahnung.
Man findet einige Restaurants im Ort. Uns empfahl man die Pizzeria „Schwarzes Rössl“. Die Empfehlung geben wir gerne weiter.

 

 

14.08.2017

 

Als weiteres Highlight wurde das Stift Melk angepriesen. Der Hafen hierfür sollte der Gemeindehafen Emmersdorf 48°13'51.7"N 15°18'41.9"E) sein.
Der Gästesteg unter Verwaltung der Gemeinde liegt einfahrend auf der rechten Seite des großen Beckens. Auf der anderen Seite finden sich die Steganlagen einige Vereine, die auch das sehr gepflegte Sanitärgebäude betreiben.
Schlüssel bekommt man nach zahlen der Liegegebühren in Höhe von 18,- Euro im Hafenstüberl Luberegg. Dort kann man auch einen Imbiss zu sich nehmen, wobei es wirklich nur Imbiss, also Masse statt Klasse ist.
Unmittelbar hinter dem Hafenbecken findet sich eine erstklassige Bademöglichkeit im alten Donauarm mit sehr sauberem, aber eiskaltem Wasser.
Wer das Stift besuchen möchte ist erneut auf den Bus angewiesen. Auch hier liegt die Abfahrtstelle direkt am Hafen und kostet 2,20 pro Person. Zurück muss man wieder ein Taxi nehmen was 20,- Euro kostet. Es gibt zwar einen Fußweg, wenn man über die Schleuse auf die andere Seite der Donau geht, Optimisten beschreiben ihn mit 6km Länge, Pessimisten reden von wesentlich mehr.
Aufgrund des Stifts ist Melk stark von Touristen frequentiert. Daher finden sich dort auch einiges an Restaurants. Die Größe des Stifts und die angrenzenden Bereiche sind sehr imposant und sollten auf jeden Fall besichtigt werden.

 

 

15.08.2017

 

Eine der landschaftlich schönsten Abschnitte ist die Fahrt durch die Wachau. Daher wurde auch die Strecke nach Krems mit kleiner Motordrehzahl unter Nutzung der Strömung der Donau angegangen.
Kurz vor dem Hafen nutzten wir die zum Motoryachtclub Wachau (48°24'15.2"N 15°35'41.8"E) gehörende Wassertankstelle um die Bestände aufzufüllen bevor wir ins Hafenbecken einfuhren.
Wenn nicht sofort ersichtlich ist wo sich die Gästeliegeplätze befinden, lasse ich meine Frau über den Bug aussteigen damit sie sich an Land kundig machen kann.
Ein offensichtlich einheimisches älteres Pärchen sprach mich beim Auslaufen von ihrem großen Schiff in einer fremden Sprache an (es war nicht die gleiche wie auf dem deutschen Gebiet der Donau, aber ähnlich unverständlich).
Er:„Wollen sie übernachten?“,
ich: „ja“,
Er: „der Gästesteg ist da vorn“,
ich: „danke“.
Sie: „da!, da ist ein Hund“.
Er: „der gehört aber sofort an die Leine! An die kurze Leine!!“,
ich: „jawoll!“ (hackenzusammenschlagend)

 

 

 

Zwischenzeitlich hatte ich meine Frau wiederaufgenommen, die von jemanden anderes die gleiche Information bekommen hatte.
„Da oben steht auch eine Telefonnummer unter der man sich anmelden muss“
Boot angebunden mit dem Handy zum Clubhaus, Telefonnummer gewählt. Von der Terrasse über mir hört man das Klingeln eines Telefons, welches verstummte nachdem an meinem Handy sich jemand meldete.
Ich: „Wir haben gerade bei Ihnen festgemacht und würden gerne bei Ihnen übernachten“
männliche Stimme (wieder in der gleichen Sprache wie das Pärchen):“ da ist ein Kasterl, machste das auf, gibst die Nummer ein und nimmst einen Schlüssel raus. Zahlen morgen direkt in der Früh beim Hafenmeister. Und Hunde gehören hier an die Leine, an die kurze Leine“.
Ok, wir haben schon Häfen besucht, wo wir niemanden angetroffen haben und haben die Sanitäranlagen auch gefunden. Etwas verwundert waren wir dennoch als wir die minikleine Dusche und Toilette in dem riesen Clubheim fanden. Bei so vielen Festliegern nur je eine Dusche für Männlein und Weiblein?
Meine Frau kam dann auf die Idee, im Restaurant oben auf der Terrasse des Clubhauses einen Kaffee trinken zu wollen. Wir also die Treppe hoch, den Hund an der kurzen Leine um festzustellen, dass da gar kein Restaurant ist. Das war nur die Terrasse des Clubheimes am Aufenthaltsraum neben der clubeigenen Einbauküche.
Auf der Terrasse saß auch ein älterer Herr mit dem Handteil eines DECT-Telefons in der Hand. Ich war ja geneigt die Wahlwiederholung meines Handys zu drücken, aber mir war auch so klar, dass ich mit diesem Herrn gesprochen und er mich von der Terrasse aus die ganze Zeit beobachtet hatte. Die Bildergalerie im Clubheim verriet mit später, dass ich mit dem langjährigen Vizepräsidenten Gerhard Haslinger persönlich zu tun hatte.
Wir sind dann nicht weiter sondern wollte in die Stadt, nicht ohne einen Blick in die Räume hinter der Terrasse zu blicken. Mir wurde schnell klar, warum die 23 Euro Liegegebühren aufrufen. Da standen zweireihig übereinander vielleicht 40 Kühlschränke. Offensichtlich hat da jedes Clubmitglied seinen eigenen Kühlschrank.
Kurz nach Krem rein um festzustellen, dass Mariä Himmelfahrt ein Feiertag in Österreich ist und alle Geschäfte geschlossen haben.
Nach einem großen Braunen zurück zum Boot, ein bisschen Augenpflege.
Auf dem Boot liegend kam dann Gerhard Haslinger auf den Gästesteg und fragte die Gastlieger wer denn noch keinen Schlüssel hätte und wies uns auf die Hausordnung hin.
Ich fragte ihn dann, warum die bei einem solch riesigen Clubhaus nur dermaßen bescheidene Sanitäranlagen hätten. Sie bräuchten nicht mehr, für die Gäste natürlich. Die Mitglieder hätten ihre eigenen Anlagen, war die Antwort.
Im Liegegeld inbegriffen ist der Besuch des angrenzenden Freibades. Der Schlüssel zum Hafengelände passt auch auf die rückwärtige Tür des Freibades. Hunde sind natürlich im Freibad nicht erlaubt, auch nicht an der kurzen Leine.
Krems bildet mit Stein einen Doppelort. Da wir nachmittags schon in Krems waren, gingen wir am Abend hungrig nach Stein um es genauso hungrig wieder zu verlassen.
Die schmalen Gassen und urigen Gebäude von Stein sind wesentlich anschaulicher als Krem, aber bis auf einen heurigen, der keine warmen Speisen anbot, hatte nicht ein Restaurant geöffnet, so dass wir zurück nach Krems gingen. Am Steinertor fanden wir dann den Brauhof wo wir unseren Hunger stillen konnten.

 

 

16.08.2017

 

Für Wien, unser nächstes Ziel, hatten wir von vorne rein 2 Tage geplant. Die dortige Marina (48°12'31.9"N 16°25'45.9"E) besitzt 2 Hafenbecken. Jedes für sich hat seine Vor- und Nachteile.
Das Westbecken liegt ruhiger, hat aber je nachdem welchen Liegeplatz man zugewiesen bekommt, einen weiten Weg zu den Sanitäranlagen. Das Ostbecken liegt denen näher, aber auch unter der Praterbrücke, so dass die Straßenbahn akustisch einem ziemlich nahe am Boot vorbeifährt.
Bevor aber angelandet wurde, ging es weiter zur Freudenauer Schleuse, die und nach einiger Wartezeit zur Tal schleuste.
Wir wollten zuerst den Donaukanal befahren, der laut unserem Handbuch nur zu Berg befahren werden darf. Was wir nicht wussten, die Ausflugschiffe kommen einem entgegen und das teilweise mit erheblichem Tempo und der Kanal ist nicht unbedingt sehr breit, aber bis zum Rand ausreichend tief.
Vorbei an den mit Graffitis geschmückten Kanalwänden zur Nussdorfer Schleuse, die uns auch noch ne Zeit lang warten ließ bis wir ins Oberwasser geschleust wurden um dann im Westbecken der Marina Wien festzumachen. Durch die langen Schleusenzeiten war das Hafenbüro allerdings schon geschlossen, aber im Hafenrestaurant bekamen wir einen Schlüssel für die Anlage.
Wer im Hafenrestaurant essen möchte findet sich im gehobenen Ambiente wieder. Das Essen war geschmacklich nicht unbedingt den Preisen angepasst. Wer noch exklusiver essen möchte, geht ein paar hundert Meter weiter zum Hilton, wer einfach nur gut essen möchte am besten irgendwo in die Stadt.
Fußläufig gut erreichbar ist das große Merkur- Einkaufzentrum, wo es neben Lebensmittel auch alles andere zum Einkaufen gibt. Liegt man im Westbecken bietet sich ein Penny- Markt an, wenn man nur Lebensmittel bunkern will. Haltestellen der U-Bahn sind von beiden Becken aus in wenigen Minuten erreichbar.
Wagemutige haben die Möglichkeit von einem 40 Meter hohem Turm an einem 365 Meter langem Seil über das Ostbecken herabzurutschen oder mit 3*300PS an einem Militärschlauchboot über die Donau zu rasen.
Die Übernachtung war mit 25,-€ die teuerste der Fahrt, aber dafür haben die von der Marina das mit dem Wetter gut hingekriegt. Tanken geht an der Wassertankstelle auch problemlos.

 

 

18.08.2017

 

Entlang der Donauauen ging die nächste Fahrt nach Bratislava. Übernachten sollte man hier bei Ella im Club MYB-Dodo (48°07'22.6"N 17°09'04.9"E). Nach dem Tod ihres Mannes Dodo betreibt Ella zusammen mit den Kindern den Anleger. Dieser besteht aus einem Ponton auf dem man etwas überdachtes restaurantähnliches mit angrenzender Küche gebaut hat. Im hintersten Teil findet sich eine sehr, sehr einfache Toilette und ein Verschlag zu Duschen. Wenn man den Hinweis warm ist kalt und kalt ist warm beherzigt, klappt es mit dem Duschen aber anstandslos.
Ella kocht einfache, günstige Speisen. Der halbe Liter Bier vom Fass kostet 1,50 €, die Übernachtung 12,- € und Strom wird über den Daumen mit einem Euro berechnet. Wenn Kraftstoff benötigt wird, kann Ella auch hier was organisieren.
In die Stadt kommt man nur mit dem Taxi. Ella ordert gerne und gibt auch die Nummer des Unternehmens für die Rückfahrt mit, damit man keinem Abzocker aufsitzt. Das Taxi kostet, trotz der langen Strecke, etwa 7 Euro.
Die Stadt selber sollte man sich auf jeden Fall ansehen, gerade abends lebt sie auf. Überall Musik und Menschen in Restaurants und Kneipen ohne einen familiären Charakter zu verlieren.

 

 

Ella und früher Dodo führen ein Gästebuch. Auf das Essen wartend blätterte ich und fand doch tatsächlich den Eintrag meiner Schwiegereltern aus dem Jahr 1991, die damals mit 2 anderen Booten die Tour gefahren sind.
Den Eintrag fotografiert und nach Hause gewhattsapped. Do jing enem et Hätz opp und sicherlich ist die ein oder andere Träne geflossen, da die beiden nach über 40 Jahren Bootssport ihre Albatros aus Altergründen verkauft haben.

 

 

19.08.2017

 

Wenn man Ella erzählt, dass der nächste Halt Kormano sein soll, kommt sofort die Bitte doch bei Miro anzulegen. Es gäbe zwar noch eine andere Möglichkeit aber Miro wäre halt ein Kumpel.
Gesagt getan machten wir uns auf den Weg. Auf diesem liegt aber die Schleuse Gabcikovo. Bei dieser muss man sich schon zu Beginn des Schleusenkanals anmelden, lange bevor die Schleuse in Sichtweite ist.
Im Schleusenkanal frischte ein achterlicher Wind auf, der eine recht heftige Welle vor der Schleuse aufkommen ließ. Dem Schleusenwärter Bescheid gegeben, dass wir im Oberwasser seien, sagte uns dieser, dass ein Katamaran käme und wir nach ihm einfahren könnten. Es würde aber noch etwas dauern.
Der starke Wellengang machte es unmöglich irgendwo an einer Wand der Schleuse festzumachen. Also blieb und nichts anders übrig als im Oberwasser hin- und herzufahren. Gegen den Wind schlug so manche Welle über den Bug, so dass man nicht unbedingt den Eindruck hatte auf einem Binnengewässer zu sein.
Als endlich die Schleusentore aufgingen kamen ein Ausflugsdampfer und ein holländischer Stahlverdränger aus der Kammer, die aber sofort nach der Ausfahrt wieder wendeten und wieder in die Kammer einfuhren. Auf Nachfrage durften wir auch einfahren, denn der Katamaran war noch nicht in Sicht.
Auch in der Schleusenkammer beruhigte sich das Wasser nicht. Der Versuch der Crew einen weiteren Fender anzubringen brachte den Schleusenwärter dazu uns anzufunken und die Matrosin ins Schiffsinnere zu bitten. Wir bräuchten bei der Schleusung nicht an die Wand zu fahren und festzumachen, sondern sollten in der Mitte der Kammer verbleiben. So wurden wir und das Stahlschiff frei schwimmend geschleust, was sicherlich die sichere Variante war.
Nach der Schleuse war dann Ententeich. Jemand der den Wellengang im Oberwasser nicht selber gesehen hat, hätte keinem der Beteiligten geglaubt.

Fährt man in Kormano ins Hafenbecken findet sich im vorderen Bereich eine Wassertankstelle und unmittelbar dahinter ein Yachthafen. Ellas Wunsch nachkommend fuhren wir aber bis ganz ans Ende des Hafenbeckens bis zum Yachtclub HM-Kormano – Miro Marina (47.758358, 18.098162 ).
Ein sehr einfacher Club in Privatbesitz. Auf einem Ponton steht ein Holzhaus, wo unten Clubräume sind. Besitzer Miro wohnt unter dem ausgebauten Dach. Entsprechend einfach sind die Sanitäranlagen, aber sie funktionieren und erfüllen ihren Zweck.
Von hier aus sind es etwa 2 km bis in die Stadt, wenn man den richtigen Weg geht. Das Clubgelände verlassend rechts rum kommt man in ein Gewerbegebiet mit Möglichkeiten zum Einkaufen. Entlang der Hauptstraße kommt man zwar in die Altstadt, man hätte sich aber den ein oder anderen Kilometer ersparen können, wäre man links entlang des Hafenbeckens gegangen.
Kormano ist auch nett anzusehen, wer ein bisschen guckt findet auch gute Restaurants.
Der Versuch am nächsten Morgen die Benzinvorräte aufzufüllen schlug allerdings fehl. Die Wassertankstelle hat sonntags geschlossen.

 

 

 

20.08.2017

 

In Bratislava lernten wir 2 junge Männer kennen, die bereits auf der Rückreise waren. Ihren aktuellen Informationen folgend fuhren wir in Budapest den Wiking Yachthafen (47.538042, 19.048808) an.

Wie in einer Großstadt unter einer vielbefahrenen Brücke zu erwarten, ist es im Hafen auch nachts sehr laut. Sollte wir die Tour ein weiteres Mal absolvieren, werden wir sicherlich in Szentendre übernachten. Die Straßenbahn, die vom Wiking Hafen in die Innenstadt fährt, hat als Endstation Szentendre, so dass die Fahrt ins Zentrum nur unmerklich länger sein durfte.

Für Budapest empfiehlt sich ein Tagesticket zu kaufen, damit man flexibel mit Bus und Bahn fahren kann. Nicht alle Infostände an den Stationen empfehlen dies. Manchmal herrscht dort noch der strenge sozialistische Ton, vor allem wenn man es mit älterem Personal zu tun hat. Die jüngeren sind da doch schon weltoffener.

Der 20. August ist Nationalfeiertag in Ungarn. Überall in der Stadt wimmelte es von Polizei und Militär, die ganze Straßenzüge absperrten um die Prominenz zu sicher.

Die angetretene Stadtrundfahrt konnte daher auch nicht die üblich Runde fahren und so übte sich der Busfahrer im Finden von Ausweichstrecken mit dem Ergebnis in einer viel zu engen Straße mit viel zu hoher Geschwindigkeit mit dem Doppeldeckerbus einem parkenden Auto Spiegel und Kotflügel abzufahren.
Auch das Befahren von Alleen mit herabhängenden Ästen wurde für die Fahrgäste auf dem offenen Oberdeck zu einer Gymnastikstunde mit etlichen spontanen Rumpfbeugen.
Dass wir zudem beim spontanen Billetkauf offensichtlich über den Tisch gezogen wurden, war halt ein typischer Tourifehler. Naja der Bus stand halt gerade da und wäre sonst bestimmt ohne uns losgefahren, ganz bestimmt.

 

 

Die Stadt selber war uns zu anstrengend. Der Hund wollte ständig irgendetwas vom Boden fressen und davon gab es reichlich.
Wahrscheinlich wegen des Feiertages standen überall Fressbuden und der Hund war der Meinung, dass die Menschen extra für ihn alles auf den Boden geschmissen hätten.

Das festigte bei uns den Gedanken nicht mehrere Tage in Budapest zu bleiben, sondern die Rückfahrt nach Wien anzutreten.

Am Abend gab es noch ein großes Feuerwerk. Einige Einheimische, die einen festen Liegeplatz im Hafen haben, wollte das Spektakel von der Donau aus beobachten.
Merkwürdigerweise brachten diese eine noch nie gesehene Rücksichtslosigkeit an den Abend. Am Ende des Hafenbeckens legten die den Hebel auf den Tisch. Der erste schmiss eine derart starke Welle ins Hafenbecken, dass unser Boot beinah auf den Steg geschmissen wurde. Ein weiteres Boot konnte ich gerade noch dazu bewegen das Gas wieder zurückzunehmen.

Erstaunlich fand ich, wie weit der Sozialismus bereits Einzug gehalten hat. Die Boote der Einheimischen waren alle in der 7 – 10 Meter Klasse, offensichtlich sehr neu, westlicher Bauart und mit riesen Motoren ausgestattet.

 

21.08.2017

 

Am nächsten Morgen herrschte reger Betrieb in den Werftbetrieben am Hafen. Wir zahlten wir die Liegegebühren in Höhe von 18 Euro. Strom und Sanitär sind inklusive. Das Sanitärhaus ist sehr einfach mitten auf dem Steg. Man muss dazusagen, dass einige neue Stege bereits vorbereitend im Wasser lagen, so dass davon auszugehen ist, dass das Hafen demnächst anders aussehen wird. Wir tankten an der Wassertankstelle voll verabschiedeten uns bei der Parana III, die ebenfalls im Hafen lag und fuhren nach Esztergom.

Um möglichst noch andere Sachen als auf der Hin-Tour zu sehen, wählten wir den Weg über die Szentendre Donau, die mir wesentlich besser gefiel.

Der Yachthafen von Esztergom (47.796017, 18.735277) liegt in einem kleinen Nebenarm der Donau. Er ist sehr gut anzufahren, liegt in einem abgeschlossenen Gelände und ist anscheinend videoüberwacht.
Die Liegegebühren betragen 17 Euro, Strom und Sanitär sind inklusive. Das Waschhaus befindet sich unmittelbar vorm Hafengelände. Alles sehr einfach, teilweise renovierungsbedürftig. Quasi Auswirkungen der selektiven Sozialismusausbreitung. Da war er halt noch nicht angekommen.

 

 

Die Stadt mit ihrer weithin sichtbaren Basilika ist wunderschön und sollte auf jeden Fall besucht werden. Als besondere Empfehlung möchten wir das Lokal Csülök Csárda, Batthyány Lajos u. 9 wegen des guten Essens ausgeben.

 

22.08.2017

 

Für diesen Tag stand ein langer Ritt im Programm. Dennoch befuhren wir den Altarm stromaufwärts. Der Hafenmeister meinte das ginge und es ging. Alles sehr schmal und ständig ein Blick aufs Echolot, aber es ging.

Zurück bis nach Bratislava mit Zwischenstopp in Kormano zum Tanken was diesmal auch wunderbar klappte.

Wieder bei Ella angekommen hatten wir bei ihr diesmal kein Glück mit dem Essen. Da wir aber sowieso noch in die Stadt wollten, suchten wir uns dort ein Lokal zum satt essen.

 

Erneut zeigte sich Bratislava von seiner besten Seite. Ok dem Taxifahrer mussten wir auf der Rückfahrt den Weg weisen, iss halt sone Sache mit den Navis. Aber letztendlich kamen wir wieder bei Ella an.

 

23.08.2017

 

Der letzte Zwischenhalt sollte Humer’s Uferhaus (48.124361, 16.712390) in der Nähe der kleine Ortschaft Orth sein. Das Restaurant besitzt einen eigenen Gästesteg, für den auch für die Übernachtung keine Liegegebühren anfallen.
Allerdings stehen auch keine Sanitäranlagen zur Verfügung. Die Toiletten des Restaurants dürfen zwar während der Öffnungszeiten mitbenutzt werden. Nach Feierabend bist zum Dienstbeginn um 10:00Uhr des nächsten Tages sind die Räume allerdings verschlossen.
Selbstverständlich nimmt man als Gegenleistung seine Mahlzeiten im Restaurant ein.
Die Ortschaft Orth ist fußläufig zu erreichen, bietet bis auf Schloss Orth und dem darin beheimateten Naturkundemuseum nicht sehr viel. Die Angebote des Museums klangen zwar verlockend, durften aber mit Hund nicht besucht werden.

Umso mehr lohnt sich ein Spaziergang durch das Naturschutzgebiet, in welchem bewusst so wenig wie unbedingt notwendig von Menschen eingegriffen wird.

 

 

Wo kann man sonst in unseren Breiten eine reiche Population an freilebenden Schildkröten finden.

 

 

 

24.08.2017

 

Da der Zielhafen Marina Wien nur einen Katzensprung entfernt liegt, beschlossen wir morgens bei herrlichem Sonnenschein einen weiteren Spaziergang durch das Naturschutzgebiet bevor es Richtung Wien ging.
Um das Flair nochmal genießen zu können, befuhren wir erneut den Donaukanal um wieder vor der Schleuse Nussdorf auf eine Schleusung zu warten. Der Schleusenwärter war anfangs weder per Funk oder Telefon, noch über die Gegensprechanlage zu erreichen. Erst spät konnten wir mit 3 anderen Sportbooten zu Berg schleusen.

 

 

Den Hafenmeister der Marina Wien hatten wie über Telefon über unsere späte Anreise informiert, er war bei unserem Eintreffen aber noch im Büro.

Am Abend ging es noch zum Hauptbahnhof, ein Ticket kaufen für die Bahnfahrt nach Bad Abbach und anschließend ein leckeres deftiges Essen im Salm Bräu

 

25.08.2017

 

Früh morgens machte ich mich auf den Weg zum ICE nach Regensburg. Die bessere Hälfte verstaute währenddessen alles im Boot für die Rückfahrt.

Kurz vor Bad Abbach erkannte ich auf der Streckenkarte, dass es in Poikam ebenfalls eine Haltestation gibt. Von dort aus kann man zu Fuß zum Yachthafen Donautal.
Zugmaschine und Anhänger waren schnell bereit, Mittagessen gab es in der besten Gyrosbude weit und breit.
Die Fahr nach Wien zog sich doch ganz schön. Waren es doch 430 km bis dahin.
Am letzten Abend speisten wir dann bei Paris seinem Vater im Hotel, welches wenige Meter hinter dem Hafenbecken liegt.

 

26.08.2017

 

Der Kranmeister rief uns früh zum Kranen. Es größeres Boot hatte sich zu einer Reparatur angemeldet und würde den Kran für mehrere Stunden belegen. So setzte er die Black Pearl als erstes auf ihren Trailer.

Wir wunderten uns nicht schlecht als wir uns das Unterwasserschiff nach 3 Wochen Donau ansahen. Der komplette Rumpf war dermaßen mit Algen bewachsen, als wenn das Schiff mehrere Jahre im Wasser gelegen hätte.

Der Hafenmeister führte das auf die gestiegenen Temperaturen der Donau und der noch höheren Temperaturen im Hafenbecken zurück. In einem Atemzug nahm er dann auch die 50 Euro fürs Kranen entgegen.

Nachdem der Rumpf vom gröbsten befreit war, traten wir die 950km lange Rückreise an. Mit dem Fazit: gerne wieder!