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Herbsttörn


Abmotoren 2026 – Herbst-Törn

Sieben Boote, sieben Männer und ein goldener Oktober

30. September bis 4. Oktober 2026

Wenn sieben Männer mit sieben Booten Anfang Oktober von Oostmahorn aus in See stechen, kann man sich ziemlich sicher sein: Ganz nach Plan wird es vermutlich nicht laufen. Und genau so sollte es beim Abmotoren 2026 auch kommen.

Mit dabei waren Jann-Fokko mit Najade, Alfred mit Hii..., Artur mit Loudness, Oliver mit Melody, Wilke mit Smurf, Werner mit Stöpsel und Marcus mit Seeperle. Auf dem Programm standen Schiermonnikoog und Dokkum – und natürlich jede Menge gemeinsame Zeit auf dem Wasser.

Und das Wetter? Das spielte fast die gesamte Tour hervorragend mit. Goldener Oktober, wie man ihn sich wünscht. Bis auf einen verregneten Donnerstagvormittag hatten wir richtig schönes Herbstwetter – und selbst am Donnerstag ging es anschließend schnell bergauf.

Was sollte also schon schiefgehen?

Wie sich herausstellte: technisch gesehen einiges.

Mittwoch – Die Ersten trudeln ein

Am Mittwochabend gegen 18 Uhr waren Alfred, Jann und Marcus mit ihren Trailergespannen bereits in Oostmahorn am Lauwersmeer angekommen. Artur stieß im Laufe des Abends dazu und irgendwann in der Nacht erreichte schließlich auch Olli den Hafen.

Werner und Wilke sollten am Donnerstagvormittag folgen.

Die Boote lagen im Hafen, die ersten Teilnehmer waren da und die Vorfreude auf die kommenden Tage war groß.

Donnerstag – Erst nass, dann goldener Oktober

Der Donnerstagmorgen begann als die große Ausnahme beim ansonsten hervorragenden Wetter. Es regnete zunächst ordentlich.

Und weil Wasser beim Bootfahren offenbar nicht ausschließlich unter das Boot gehört, gab es gleich die ersten Probleme.

Bei Najade und Hii... lief Wasser durch eine offenstehende Luke ins Boot und die Kojen wurden ordentlich nass. Auch Marcus blieb nicht ganz verschont: Durch die Luke kam Regenwasser herein. Die Ursache war schnell gefunden – ein defekter O-Ring.

Nachdem das Thema Wasser halbwegs geklärt war, konnten wir uns den Motoren widmen.

Olli musste zunächst Motoröl nachfüllen und bei Jan verlangte die Servolenkung nach etwas zusätzlichem Öl. Noch bevor die eigentliche Tour richtig begonnen hatte, war also bereits für technische Unterhaltung gesorgt.

Gegen 11 bis 12 Uhr kamen schließlich Werner und Wilke dazu.

Damit waren wir komplett:

Sieben Männer. Sieben Boote. Auf nach Schiermonnikoog!

Werner hatte außerdem noch Proviant der besonderen Art dabei: Äpfel der Sorte Wellant. Die sollten, so wurde uns jedenfalls erklärt, nicht nur besonders gut schmecken, sondern auch ausgesprochen verdauungsfördernd und sogar „antiallergen“ sein. Ob Letzteres wissenschaftlich überprüft wurde, blieb während der Tour offen – gegessen wurden sie trotzdem.

Pünktlich zum eigentlichen Start der Tour besserte sich auch das Wetter. Der Regen zog ab und der goldene Oktober zeigte zunehmend, was er konnte.

Von Oostmahorn ging es über das Lauwersmeer und anschließend weiter nach Schiermonnikoog.

Freitag – Schiermonnikoog auf zwei Rädern

Spätestens am Freitag war der goldene Oktober dann endgültig da.

Bei herrlichem Herbstwetter blieben die Boote im Hafen und wir wechselten das Fortbewegungsmittel. Für die gesamte Truppe wurden E-Bikes ausgeliehen und damit ging es auf Tour über Schiermonnikoog.

Wir erkundeten die Insel, schauten uns unter anderem einige der alten Bunkeranlagen an und genossen das schöne Wetter.

Auch die Verpflegung kam selbstverständlich nicht zu kurz. Zwischendurch gab es Eis und Pommes.

Am Abend wurde gemeinsam gegrillt. Und wie es sich für einen geselligen Törn gehört, durfte später natürlich auch das eine oder andere Kaltgetränk nicht fehlen. Der eine oder andere Charly (Asbach-Cola) fand ebenfalls seinen Weg ins Glas.

Eigentlich ein rundum gelungener Tag – wäre da nicht Marcus’ Webasto-Standheizung gewesen.

Die Kraftstoffpumpe war gerade erst nagelneu eingebaut worden. Offenbar war sie der Meinung, ihre Arbeit damit bereits ausreichend getan zu haben. Am Freitagabend gab sie jedenfalls wieder den Geist auf.

Immerhin: Bei dem Wetter ließ sich der Ausfall etwas leichter verschmerzen.

Samstag – Zurück aufs Wasser

Am Samstag gegen 14 Uhr hieß es Abschied nehmen von Schiermonnikoog.

Die Boote wurden startklar gemacht und wir verließen gemeinsam den Hafen.

Allerdings zeigte uns Schiermonnikoog bereits kurz nach der Hafenausfahrt noch einmal, wer hier eigentlich das Sagen hat.

Marcus lief einmal auf Sand auf.

Olli wollte sich offenbar nicht mit einem einzigen Versuch zufriedengeben und schaffte es im weiteren Verlauf gleich sechs- bis siebenmal.

Zum Glück blieb es bei den unfreiwilligen Begegnungen mit dem Untergrund und die Fahrt konnte fortgesetzt werden.

Über die Nordsee ging es zurück Richtung Schleuse und anschließend zum Lauwersmeer. Von dort sollte es weiter nach Dokkum gehen.

Die „Loudness“ wird plötzlich still.

Kurz nach der Schleuse kam dann die größte technische Panne der gesamten Tour.

Artur hatte mit seiner „Loudness“, einer Liberator, einen Getriebeschaden.

Damit war an eine Weiterfahrt nicht mehr zu denken. Ausgerechnet die Loudness musste also unfreiwillig verstummen.

Für Artur war die Tour auf dem Wasser damit leider beendet. Das Boot musste zurück nach Oostmahorn, wo es aus dem Wasser geslippt wurde.

Aus sieben Booten wurden sechs.

Mit sechs Booten weiter nach Dokkum

Die verbliebene Gruppe setzte die Fahrt fort. Über eine kleine, manuell zu bedienende Schleuse ging es weiter Richtung Dokkum.

Marcus übernahm die Führung der verbliebenen Boote und führte die Gruppe weiter bis nach Dokkum.

Und tatsächlich: Wir erreichten unser Ziel.

Fast.

Denn vor der Schleuse in Dokkum wartete bereits die nächste Überraschung.

Eigentlich hatte die Schleuse um 17:30 Uhr geschlossen. Der Schleusenwärter erklärte sich jedoch sofort bereit, für uns noch einmal zu öffnen.

Perfekt.

Nur die Seepele hatte offenbar andere Pläne.

Plötzlich war der Strom weg.

Und das natürlich genau in dem Moment, in dem die Schleuse extra für uns noch einmal geöffnet werden sollte.

Als wahrscheinlichster Übeltäter stellte sich der bereits ordentlich oxidierte Batteriepol heraus.

Glücklicherweise hatte Marcus in einem der kleinen Kanäle bei einem äußerst hilfsbereiten Anwohner festgemacht. Der stellte kurzerhand seine Batterie und ein Überbrückungskabel zur Verfügung.

Motor überbrückt – läuft wieder!

Und weil echte Nachbarschaftshilfe offenbar nicht beim Überbrückungskabel endet, gab es gleich noch etwas Schmirgelpapier mit auf den Weg.

Damit konnte Marcus später in Dokkum den oxidierten Batteriepol reinigen.

Problem gelöst. Zumindest dieses.

Dokkum – Pavillon, Grill und eine besondere Aufnahme

Nach diesem ereignisreichen Tag hatten wir uns einen gemütlichen Abend verdient.

In Dokkum angekommen, wurde der Pavillon aufgebaut und der Grill angeworfen. Auch an diesem Abend durfte natürlich das eine oder andere Getränk nicht fehlen. Nach Sandbänken, Getriebeschaden, Stromproblemen und diversen kleineren technischen Überraschungen gab es schließlich mehr als genug Gesprächsstoff.

Für Marcus wurde der Abend noch aus einem anderen Grund zu etwas Besonderem:

Er wurde offiziell als Mitglied in den TBCO – Trailerbootclub Ostfriesland aufgenommen.

Dazu gab es den passenden TBCO-Wimpel, der bei der nächsten gemeinsamen Tour natürlich einen festen Platz am Boot bekommen wird.

Ein richtig schöner Abschluss eines ereignisreichen Tages.

Sonntag – Käffchen und Pflaumenkuchen zum Abschluss


Auch am Sonntag zeigte sich der Oktober noch einmal von seiner besten Seite.

Gegen 11 Uhr machten wir uns von Dokkum aus auf den Rückweg Richtung Oostmahorn.

Bevor die Boote endgültig aus dem Wasser sollten, gab es allerdings noch einen letzten gemeinsamen Zwischenstopp.

Auf einer kleinen Insel wurde angelegt und Werner sorgte für einen gebührenden Abschluss der Tour:

Käffchen und Pflaumenkuchen für die Mannschaft.

Bei schönstem Herbstwetter noch einmal zusammensitzen, Kaffee trinken, Kuchen essen und die vergangenen Tage Revue passieren lassen – besser hätte der letzte Zwischenstopp kaum sein können.

Anschließend ging es weiter nach Oostmahorn.

Dort angekommen, wurden die Boote nach und nach aus dem Wasser geslippt. Gegen 16 Uhr waren schließlich alle wieder an Land.

Damit ging das Abmotoren 2026 zu Ende.

Fazit

Vier Tage, sieben Männer und sieben Boote – und ein goldener Oktober, der seinem Namen alle Ehre machte.

Oostmahorn, Lauwersmeer, Nordsee, Schiermonnikoog und Dokkum. Eine E-Bike-Tour über die Insel, alte Bunker, Eis, Pommes, Grillabende, Wellant-Äpfel und zum Abschluss Käffchen und Pflaumenkuchen auf einer kleinen Insel.

Und natürlich die eine oder andere technische Kleinigkeit:

Wasser im Boot, ein nasses Bett, ein kaputter O-Ring, fehlendes Motoröl, fehlendes Servoöl, eine ausgefallene Webasto-Pumpe, ein oxidierter Batteriepol, mehrere Begegnungen mit dem sandigen Untergrund und schließlich noch ein ausgewachsener Getriebeschaden.

Anders gesagt:

Eigentlich eine ganz normale Bootstour.

Aber genau diese Dinge sind es, über die man später noch spricht. Wenn etwas nicht funktioniert, wird gemeinsam angepackt. Wenn einer Hilfe braucht, ist jemand da. Und wenn am Ende des Tages alle angekommen sind, wird eben der Pavillon aufgebaut und der Grill angemacht.

Am Ende bleiben deshalb nicht die Pannen hängen, sondern vier richtig schöne Tage, bestes Herbstwetter, eine tolle Truppe und jede Menge Geschichten für die nächste Tour.

Und für Marcus gab es diesmal sogar noch etwas Neues fürs Boot:

Beim nächsten Mal fährt der TBCO-Wimpel mit.

Nach der Tour ist vor der Tour.